Schulwesen 1945 – 1989

In Dargun war zeitweilig die Schule vom 11. Mai 1945 bis 1. Juni 1945 wieder geöffnet. Doch die Vorbereitung auf eine Schule mit gänzlich neuem Inhalt brauchte eine gewisse Zeit.

Aus der Anfangszeit der Eröffnung der Schulen ist folgendes zu lesen:

„Infolge Mangels an Lehrkräften konnten nicht alle Stunden voll erteilt werden. Besondere Erschwerungen des Unterrichts bereitete das Fehlen aller Lernbücher, da die vorhandenen alten wegen ihrer Durchsetzung mit nazistischem Gedankengut entfernt werden mußten. Auch die Versorgung der Schüler mit Schreibmaterial, sowie der Lehrer, war durchaus unzureichend. …… Die Witterung war verhältnismäßig milde, so reichte unsere Zentralheizung einigermaßen aus, trotzdem sie mit Holz geheizt werden mußte.“ …         Viele Schüler brachten täglich ein Stück Holz mit zur Schule, auch als später Behelfsöfen für die Beheizung installiert werden mußten.

Das Schuljahr 1946/47 begann am 2. September 1946. Die Schule besuchten 666 Schüler aus Dargun, Altbauhof, Lehnenhof und Barlin. Mit Beginn dieses Schuljahrs nahmen 6 neue Lehrerinnen und Lehrer den Dienst an dieser Schule auf. Bis 1959 mußte wegen Raummangels vor- und nachmittags bis 17.30 Uhr unterrichtet werden. Der Chor der Schule nahm an einem Wettsingen in Malchin teil und errang den 4. Platz. Ab dem 1.Oktober 1946 wurde die Schulspeisung durchgeführt. Es wurde jedem Kind eine Semmel von 50g zur Verfügung gestellt.

Ab 1948 gab es erstmalig Ferienaktionen. Rund 50 Kinder konnten sich in der Strandhalle erholen. Diese wurde später abgerissen und es entstand die Strandgaststätte in der Nähe.

1951 bekam die Schule den Namen: „Diesterweg-Schule“.

Im Sommer 1952 wurde mit 60 Kindern eine 14-tägige Wanderung zu Fuß zum Fischland durchgeführt. Die Übernachtung erfolgte in Ställen und Scheunen. Die Körperhygiene war nur an Bächen, Flüssen und Seen möglich. Zu dieser Zeit gab es noch Lebensmittelkarten und die Verpflegung mußte selbst zubereitet werden.

1954 wurde der 1.Abschnitt des örtlichen Ferienlagers aus einem ehemaligen Kohlenschuppen unter Mitwirkung der Lehrer und Schüler gebaut. Die Strandhalle wurde für die Bevölkerung freigegeben. Ein Turnraum entstand aus einem Klassenraum der Küsterschule. Im Schuljahr 1953/54 entstand der 1. Fachraum für Chemie und Physik.

Mit der warmen Schulspeisung wurde 1955 begonnen. Etwa 60 bis 70 Schüler (von insgesamt 520) nahmen daran teil.

Mit Beginn des Schuljahres 1955/56 wurde in der Küsterschule die Hilfsschule für entsprechende Kinder aus dem Bereich eingerichtet. Erstmalig fand in Dargun die Jugendweihe statt. Daran nahmen 6 Schüler teil. Der erste Festredner war Dr. Jutta Thiedemann aus Malchin.

Mit Beginn des Schuljahres 1956/57 wurde die inzwischen entstandene Zentralschule Dargun in Mittelschule umbenannt. 18 ausgewählte Schüler besuchten die 9. Klasse. In diesem Schuljahr wurden alle Flure und Klassenräume mit Hartfaserplatten getäfelt. Weiterhin wurde eine Treppe erneuert, das Dach neu gedeckt und eine Wasserleitung verlegt.

Im Schuljahr 1957/58 wurde im Prozeß der Verwirklichung des polytechnischen Prinzips ein umfassenderer Werkunterricht eingeführt. Die 5. Klassen erhielten diesen Unterricht (grundsätzlich nach Feierabend und am Sonnabend) im VEB Beleuchtungskörper (Holz) und die 6. Klassen in der MTS (Metall). In diesem Jahr wurde der 2. Abschnitt des Ferienlagers fertiggestellt. Für etwa 160 Schüler war jetzt eine abwechslungsreichere Feriengestaltung außerhalb der Schule möglich. 18 Schüler bestanden die Abschlußprüfung der 10. Klasse der Mittelschule (1-mal „sehr gut“, 7-mal „gut“, 10-mal „bestanden“).

1958 wurde am Tag des Lehrers (12. Juni) der erste Spatenstich für einen Schulneubau vorgenommen. Die Übernahme der neuen Schule (B-Block) erfolgte anlässlich des 10. Jahrestages der DDR im Oktober 1959. Neue Lehrmittel wurden zur Verfügung gestellt. Mit der Übernahme der neuen Schule standen 9 Unterrichtsräume mehr zur Verfügung. Es konnte außerdem ein 2. Hortraum und in der Küsterschule ein 2. Turnraum eingerichtet werden. Im Zusammenhang mit dem Schulneubau erhielten 3 Kollegen die Aufbaunadel in Silber und 11 Kollegen die Aufbaunadel in Bronze.

Mit dem Schuljahr 1960/61 kamen Schüler aus 15 Ortschaften nach Dargun zur Schule (Kützerhof, Wagun, Schwarzenhof, Dörgelin, Glasow Klein- und Groß Methling, Stubbendorf, Darbein, Lehnenhof, Brudersdorf, Barlin, Zarnekow, Upost und Neubauhof). Während es zunächst nur die Schüler der oberen Klassen waren, wurde die Schule in Barlin ganz aufgelöst. Der Schülerbusverkehr wurde verstärkt eingesetzt.

1965 entstand durch Eigeninitiative der „Schülerbusbahnhof“. Es entstand eine „Werkbaracke“ mit 3 Räumen.

Am 16. April 1968 wurde der C-Block in Betrieb genommen. Beide Gebäude wurden jetzt mit einer Zentralheizung beheizt. Ebenfalls im Jahre 1968 entstand im „Mach-Mit“-Wettbewerb eine neue Schulspeisung. Zeitweise gab es bis zu 850 Essenteilnehmer.

Mit der Schließung der Dorfschulen kamen immer mehr Schüler nach Dargun. 1976 waren es so z.B. 1035. 1972 entstand eine neue „hölzerne Turnhalle“ mit den Maßen 36 X 12,5 m, die 2002 verschwand.

Durch die wachsenden Schülerzahlen blieb aber die Raumnot weiter bestehen. Mit der Auflösung der Sonderschule 1979 wurden deren Räumlichkeiten der Diesterweg-Oberschule angegliedert. Erst mit dem Bau eines weiteren Schulhauses hinter der „Roten Schule“ als zweite Schule wurde das Platzproblem gelöst. Mit der Bildung der „Friedrich-Wolff-Oberschule“ (Namensgebung im Juni 1984) am 1. September 1982 gab es in Dargun 2 selbstständige polytechnische Oberschulen. Zunächst existierten beide Schulen unter einem Dach. Am 16.April 1983 wurde die neue Schule für die Oberschule II übergeben. Für die Diesterweg-Oberschule konnte nun endlich ein „vernünftiges Lehrerzimmer“ eingerichtet werden.

1983 entstand eine neue Turnhalle, die für den Schul- und Öffentlichkeitssport genutzt wurde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.