AB: Kirchliche Festtage

Die Bedeutung der kirchlichen Festtage

 

Advent:

Das Kirchenjahr beginnt mit einer Festzeit: Dem ersten Advent. Die Propheten verkündeten den Israeliten, dass eines Tages einer kommen würde, der sie befreien würde, der ihnen neue Hoffnung geben, eine sichere Zukunft und Gerechtigkeit bringen würde. Jesus Christus ist genau dieser Retter. Er ist der Messias, auf den die Welt seit Beginn der Schöpfung gewartet hat. In der Adventszeit erinnern wir uns an sein Kommen, an die Geschichte vor Weihnachten, an Maria und Josef, an den Verkündigungsengel und die Volkszählung.

 

Weihnachten:

Weihnachten ist die Geburt Jesu, die so anders war, als man es hätte erwarten können. Jesus kam nicht in äußerlicher Pracht und Herrlichkeit und dafür steht die Krippe: Geboren in einem Stall. Schon die Umstände seiner Geburt machen deutlich, dass es Jesus nicht darum ging, zu unterwerfen und zu herrschen, sondern die Menschen durch Liebe zu gewinnen. Der Retter wird Mensch und die Ersten, die davon erfahren sind die Hirten,. Sie kommen, um ihn anzubeten.

 

Erscheinungsfest (Epiphanias):

Die Sternschnuppe ist das Zeichen der drei Weisen aus dem Morgenland. Sie kamen, um den neuen König zu sehen, ihm Geschenke zu bringen, aber vor allem, um Jesus anzubeten. Dies war jedoch nicht immer so. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts feierte man an Epiphanias nicht nur die Anbetung der drei Weisen, sondern Jesu Taufe und sein erstes Wunder, als er Wasser in Wein verwandelte. Somit folgt das Erscheinungsfest zwar im Kalender unmittelbar nach der Geburt Jesu, es sind aber geschichtlich ca. 30 Jahre dazwischen.

 

Palmsonntag:

Der Palmsonntag ist der sechste und letzte Sonntag vor Ostern. Er erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Jesus wurde begeistert von der Menge erwartet, gefeiert und mit Palmzweigen, die sie auf die Straße legten, empfangen. Genau die Menschen, die nun laut „Hosianna dem Sohn Davids!“ rufen, werden wenige Tage später „Kreuzigt ihn!“ rufen. Sie erwarteten einen König, der siegreich gegen die Römer kämpft, der die Fremdherrschaft durch die Römer beendet. Sie erwarteten einen neuen Mose, der sie wie damals aus der Knechtschaft befreit. Jesus kam, um die Menschen aus der Knechtschaft zu befreien, aber aus der Knechtschaft der Sünde und der Trennung von Gott.

 

Gründonnerstag:

Die Zeichen Brot und Wein stehen für das letzte und zugleich das erste Abendmahl. Der Gründonnerstag erinnert an das Passahmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte. Doch hielt Jesus sich nicht an das ursprüngliche Passahmahl, das Gott in der Nacht vor der Befreiung aus Ägypten einsetzte und eine ewige Erinnerung an seine Größe und Güte sein sollte. Jesus brach das Brot und verteilte den Wein. Damit gab es das erste und zugleich das letzte Abendmahl  für Jesus. Er war nun auf dem Weg zu einem schrecklichen, aber unausweichlichen Tod.

 

Karfreitag:

Nun ist es so weit, der Sohn Gottes stirbt am Kreuz für die Schuld der Menschen. Die Farbe ist schwarz. Dunkelheit und tiefe Trauer darüber, dass ein Unschuldiger sterben musste. Natürlich können wir uns freuen, dass uns durch Jesu Tod am Kreuz unsere Sünden vergeben sind, doch am Karfreitag erinnern sich die Christen an die Qualen und Leiden, die Jesus ertragen musste, um uns aus der Knechtschaft zu befreien. Wir erinnern uns an seinen Gehorsam, einen Gehorsam bis zum Tod am Kreuz.

 

Ostern:

Auf die drei Tage Trauer folgt nun Ostern, die Freude. Jesus ist auferstanden und Gott, der Vater, hat damit den Tod am Kreuz und die Vergebung bestätigt. Paulus sagt: Ohne die Auferstehung ist unser Glaube nichts wert, denn ohne Auferstehung würde auch kein Mensch nach dem Tod in ein neues Leben auferstehen, sondern alles wäre vorbei. Deshalb ist dieser Tag ein Tag der Freude und daher kommt vielleicht auch der Brauch des Osterlachens. An Ostern lachen die Christen den Tod aus, denn der Tod ist nicht das Ende, sondern wird zu einem „absoluten“ Neuanfang. Ostern ist der höchste Feiertag der Christen.

 

Himmelfahrt:

40 Tage nach Ostern ist Jesus in den Himmel „aufgefahren“. Er ist dort hin zurückgekehrt, wo er 30 Jahre zuvor herkam. Deshalb ist Jesus nicht mehr auf der Erde. Doch vor seiner Himmelfahrt hat sich Jesus vielen Menschen gezeigt. So wie Jesus in den Himmel „aufgefahren“ ist, so wird er eines Tages auch wiederkommen. Doch auch wenn Jesus nun nicht mehr hier auf der Erde ist, lässt er uns nicht alleine. Das Symbol soll die Erdkugel mit dem Weg nach oben darstellen. Es kann mit oder ohne Kreuz dargestellt werden.

Pfingsten:

Jesus hat uns den Heiligen Geist versprochen, als er von dieser Erde gegangen ist. Nun ist es so weit, an Pfingsten wird der Heilige Geist über alle Menschen ausgegossen. Das heißt: Er ist für alle Menschen da und nicht nur für bestimmte Menschen. Der Heilige Geist soll uns trösten, führen, leiten und uns helfen die Bibel zu verstehen, zu beten und noch viel mehr.

 

Trinitatis /Dreieinigkeitsfest:

Der letzte Sonntag in der Osterzeit ist das Dreieinigkeitsfest. An diesem Tag denken wir Christen daran, dass uns Gott auf ganz verschiedene Weise in der Geschichte (Vergangenheit), heute in unserem Leben (Gegenwart), aber auch in der Zeit, die vor uns liegt (Zukunft) begegnet ist, begegnet und begegnen wird.

 

Erntedankfest:

Während des Erntedankfestes sagen die Christen Gott noch einmal ganz besonders Danke für all die guten Gaben, die uns Gott gibt. Für sein Versorgen, für die Sonne, den Regen und die Erde. Doch soll dieses Fest nicht nur ein Dank an Gott sein, sondern auch ein Gedenken an die, die auf der Welt nicht so viel haben. Oft werden die Gaben, die am Altar stehen, für diakonische Zwecke verwendet, die Spenden gehen an Hilfsorganisationen. Es ist ein Fest des Dankens, aber auch des Gebens und Helfens.

 

Reformationstag:

Martin Luther wollte keine neue Kirche, sondern rief dazu auf, die bestehende Kirche zu reformieren (erneuern). Leider gelang es Luther nicht, die Kirche zu reformieren und so entstand nach und nach die Evangelische Kirche. Aus dem Symbol geht hervor, welche zwei großen Streitpunkte es zwischen der römisch-katholischen Kirche und Luther gab. Das Schriftverständnis (Bibelverständnis) und sein Abendmahlsverständnis trennten Luther (und heute die Evangelische Kirche) auf Dauer von der römisch-katholischen Kirche. Luther fand in der Bibel einen barmherzigen, einen gnädigen Gott. Damit alle Welt das Evangelium erfährt, übersetzte er die Bibel ins Deutsche. Am Reformationstag feiern Christen diesen Schritt und diese Erkenntnisse von Luther. Am Reformationsfest soll sich die Kirche aber auch immer wieder fragen, leben wir nach der Bibel, ist sie Ziel und Mittelpunkt unserer Verkündigung oder brauchen wir „mal wieder“ eine Reformation?

 

 

 

 

 

Buß- und Bettag:

An diesem Tag sollen sich Christen ihrem Leben zuwenden, es prüfen und feststellen, wo sie Unrecht (Sünde) getan haben. Sünde gegen sich selbst, gegen Menschen und gegen Gott. Dieser Tag soll helfen, sich über seinen Standpunkt, seine Richtung, eben über sein Leben klar zu werden. Dann heißt es auch umzukehren, Buße zu tun und das wiederum heißt zu bereuen. Wir müssen Jesus um Vergebung bitten und unsere Schuld wieder ins Reine bringen. Natürlich brauchen Christen öfters als einmal im Jahr Buße und Vergebung, doch dieser Tag soll helfen zur Ruhe zu kommen, sein Leben im Rückblick zu betrachten und wenn nötig, einen anderen Weg einzuschlagen.

 

Ewigkeitssonntag (Totensonntag):

An diesem Sonntag gedenken die Christen der Verstorbenen. Wir wissen, dass sie nicht einfach tot sind, sondern in einer anderen Welt bei Gott leben. Er hat sie durch Jesus auferweckt und in sein Reich genommen und diese Hoffnung feiern Christen. Doch einen Menschen zu verlieren schmerzt immer oder zumindest immer wieder. An diesem Tag darf man sich an die Verstorbenen ganz bewusst erinnern und an sie denken. Und so schließt sich der Kreis und beginnt von neuem mit der wunderbaren Hoffnung, weil Gott Mensch wurde, es ist der 1. Advent.

Bedeutung der Feiertage im Kirchenjahr

 

 

Feiertag

 

 

Bedeutung

Advent –          Beginn des christlichen Jahres und Vorbereitung auf Weihnachten

–          wörtlich: Warten auf die Wiederkunft Christi

Weihnachten –          fröhliches Fest der Geburt Jesus Christi und damit der Menschwerdung Gottes
Heilige Drei Könige –          Ankunft der Weisen aus dem Morgenland beim Jesuskind

–          Caspar, Melchior und Balthasar überreichen Gold, Weihrauch und Myrrhe

Aschermittwoch/

Fastenzeit

–          Beginn einer 40-tägigen Fastenzeit zur Erinnerung an Jesus, der ebenfalls 40 Tage in der Wüste fastete
Karwoche/

Palmsonntag

–          letzter Fastentag und Beginn der Karwoche (eine Woche vor Ostersonntag)

–          Feier zum Einzug Jesu in Jerusalem.

Karwoche/ Gründonnerstag –          letztes Abendmahl Jesus mit den 12 Aposteln

–          anschließend wusch Jesus allen Jüngern die Füße (Fußwaschung)

–          danach wird er von Judas verraten

Karwoche/Karfreitag –          Jesus wird verhaftet, verurteilt und stirbt am Kreuz
Ostern –          Auferstehung Jesu Christi

–          der Ostersonntag richtet sich nach dem 1. Frühjahrsvollmond

–          liegt immer zwischen dem 22. März und dem 25. April

Christi Himmelfahrt –          am 40. Tag nach seiner Auferstehung kehrt er an diesem Tag als Sohn Gottes zurück zu seinem Vater in den Himmel
Pfingsten –          Fest zur Entsendung des Heiligen Geistes an die Apostel

–          immer der 50. Tag (7 Wochen) nach Ostern

Fronleichnam (kath.) –          Fest, bei dem die leibliche Gegenwart Jesus Christi gefeiert wird

–          Gedenken an das letzte Abendmahl (60 Tage nach Ostern)

Erntedank –          eine traditionelle Feier nach der Ernte im Herbst, bei der die Gläubigen Gott für die Gaben der Ernte danken
Reformationstag (ev.) –          Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther im Jahr 1517
Allerheiligen (kath.) –          Gedenktag der Heiligen
Buß- und Bettag (ev.) –          gemeinsame Bußzeit

–          an diesem Tag soll eine „Umkehr zu Gott hin“ angedacht werden, von dem man sich durch seine Sünden entfernt hat

–          ist immer am Mittwoch vor dem Totensonntag bzw. 11 Tage vor dem ersten Adventssonntag

Ewigkeitssonntag/

Totensonntag (ev.)

–          ein Gedenktag an die Verstorbenen der letzten 12 Monate

–          Ende des christlichen Kirchenjahres