Anlage 5

Bewertungen in der Zeit der Schulschließungen

Unser Ziel ist es, unter diesen schwierigen Umständen den Schülerinnen und Schülern bestmögliche Hilfe zukommen zu lassen und Bildungsangebote so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Es wird derzeit eine Vielzahl an Möglichkeiten zum selbstorganisierten Lernen zur Verfügung gestellt. Um die Schülerinnen und Schüler bei anstehenden Prüfungsvorbereitungen bestmöglich zu unterstützen, werden geeignete Formen der Vermittlung von Lerninhalten gewählt.
Diese Situation ist für Schülerinnen und Schüler, genauso wie für die Lehrkräfte und Eltern ungewöhnlich. Ehrlicherweise ist niemand auf die aktuelle Lage vorbereitet oder gar für sie ausgebildet. Deshalb ist es wichtig die Herausforderung, bei aller emotionalen Belastung, gemeinsam zu meistern.
Da das Leben trotz allem weitergeht, ist völlig klar, dass auch die Noten für Schülerinnen und Schüler und natürlich für Sie, die Eltern von großer Bedeutung sind. Mit folgenden Hinweisen möchten wir denjenigen, die sich mehr Sicherheit im Umgang mit Leistungsermittlungen und -bewertungen wünschen, eine Unterstützung an die Hand geben.
1. Auf die aktuelle Situation soll in Bezug auf die Leistungsermittlung und -bewertung selbstverständlich Rücksicht genommen werden. Aufgrund der Schulschließungen sollen den Schülerinnen und Schülern keine Nachteile in Bezug auf ihre Benotung entstehen.
2. Über die Anforderungen, die Art der geforderten Leistungsnachweise, deren Gewichtung und die Möglichkeiten einer angemessenen Vorbereitung werden die Schülerinnen und Schüler sowie die Erziehungsberechtigten möglichst ausführlich informiert. Insgesamt ist eine hinreichende Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten in dieser Zeit notwendig. Dabei ist es unser Ziel, den Eltern unbedingt von dem Gefühl zu entlasten, die Rolle der Lehrkraft übernehmen zu müssen. Das ist und bleibt natürlich die Aufgabe der Lehrkräfte des Landes, wenn auch die Situation uns und Sie vor enorme Herausforderungen stellt.
3. Über Inhalt und Umfang der erteilten Lernaufgaben entscheiden die Lehrkräfte grundsätzlich nach eigenem pädagogischem Ermessen auf der Grundlage der geltenden Rahmenpläne. Grundsätzlich sollen dabei Inhalte aus allen Fächern berücksichtigt werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Schülerinnen und Schüler bei der Bearbeitung der Lernaufgaben weder hinsichtlich des Umfangs noch hinsichtlich der Anforderungen überfordert sind. Das selbstständige häusliche Lernen ersetzt im Hinblick auf Umfang der Aufgaben, Bearbeitungsdauer und Intensität keineswegs den regulären Unterricht.
4. Eine etwaige Leistungsbewertung erfolgt auf der Grundlage der curricularen Vorgaben und unter ausgewogener Ausübung des pädagogischen Ermessens. Die Ergebnisse der Leistungsermittlung werden durch die Lehrkräfte ausgewertet.
5. Für die Grundschulen empfehlen wir, keine Benotung der erteilten Lernaufgaben vorzunehmen. Für die weitere Unterrichtsplanung sollen die Lehrkräfte vielmehr den Stand der erfüllten Lernaufgaben dokumentieren und auswerten. Den Schülerinnen und Schülern soll als Einschätzung eine verbale Rückmeldung über die erzielten Leistungen gegeben werden.
6. Im Sekundarbereich I ist es möglich, im Einvernehmen mit den Schülerinnen und Schülern mit dem Ziel der Leistungsverbesserung eine Leistungsbewertung vorzunehmen. Dabei muss die Eigenständigkeit der Leistung erkennbar sein.
7. Der Schuljahresabschluss wird auch in diesem Schuljahr gesichert durchgeführt. Wenn gemäß § 6 Absatz 5 der Leistungsbewertungsverordnung (LeistBewVO) im begründeten Einzelfall die Mindestanzahl der geforderten Leistungsnachweise nicht erbracht werden kann, beschließt die Klassenkonferenz über die Gewichtung der erbrachten Leistungsnachweise zur Ermittlung der Gesamtnote. Als diesbezügliche Begründung ist ausdrücklich auch die derzeitige Situation zu berücksichtigen. Bei der Bildung abschließender Leistungsbewertungen kann die Anzahl der gemäß §§ 4 und 7 LeistBewVO im Schuljahr verpflichtend einzubringenden Klassenarbeits- und sonstigen Leistungen reduziert werden.
Darüber hinaus sind von vornherein auch die Möglichkeiten gemäß § 2 Absatz 2 der Verordnung über die Versetzung, Kurseinstufung und den Wechsel des Bildungsganges sowie über die Berufsreife an den allgemein bildenden Schulen zu beachten. Demnach sind bei der Entscheidung, ob eine erfolgreiche Mitarbeit in der nächsthöheren Jahrgangsstufe erwartet werden kann, u.a. auch solche Umstände einzubeziehen, die sich auf das Lernverhalten und Leistungsvermögen der Schülerin oder des Schülers auswirken. Außergewöhnliche Bedingungen, wie zum Beispiel längerer Unterrichtsausfall, sind zu berücksichtigen.
8. Auch die Schulabschlüsse werden in diesem Schuljahr abgesichert. In den Abschlussklassen der Regionalen Schule und Integrierten Gesamtschule, die die Mittlere Reife anstreben, können im Falle noch ausstehender unbedingt erforderlicher Leistungsbewertungen Ersatzleistungen gemäß § 6 Leistungsbewertungsverordnung in Form einer Hausarbeit erbracht werden. Gleiches gilt für das zweite und vierte Schulhalbjahr in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe gemäß § 23 Oberstufen- und Abiturprüfungsverordnung i. d. F. vom 19. Februar 2019 sowie § 5 Abiturprüfungsverordnung i. d. F. vom 8. August 2014. Die Hausarbeiten können per E-Mail oder auf anderen digitalen Wegen sowie postalisch eingereicht werden. Auch hier muss die Eigenständigkeit der Leistung erkennbar sein.
9. Insbesondere Schülerinnen und Schülern, deren Notenschnitt bis einschließlich 13. März Grund zur Sorge um die Versetzung geben lassen, sind nach Absprache mit den Erziehungsberechtigten Möglichkeiten der Notenverbesserung einzuräumen.