Anlage 1

Kindgerechte Erklärungsversuche

Wie erklären Eltern ihren Kindern die Corona-Krise?
Die Corona-Krise kann auch bei Kindern zur Belastung werden und zu Verunsicherungen führen, informiert die Bundesregierung. Die möglichen Folgen: Der Appetit und die Konzentration lassen nach, Schlafroutinen ändern sich, sie reagieren müde oder gar gereizt. Eltern sollten für ihr Kind da sein. Oft ist es schon eine große Hilfe, wenn eine vertraute Bezugsperson in der Nähe ist. Eltern sollen mit ihren Kindern über die aktuelle Situation reden, aufmerksam zuhören und auch dann geduldig sein, wenn das Kind zum wiederholten Male über seine Eindrücke berichtet.
Es wird empfohlen, dem Kind altersgerechte Fakten und Informationen zu geben. Dazu gehört auch, ehrlich zu sein: Mütter und Väter sollten ihren Kindern erklären, warum sie nicht ihre Freunde oder Großeltern besuchen können. Auch Fragen, die das Kind hat, sollten ehrlich beantwortet werden – also auch dann, wenn man die Antwort nicht weiß. Eltern sollten auch ganz offen sagen: „Das weiß ich nicht.“ Wenn Eltern gestresst oder besorgt sind, sollten sie ihre eigene Betroffenheit nicht verheimlichen, sondern offen darüber sprechen, ohne allerdings den Teufel an die Wand zu malen. Das hilft dem Kind zu verstehen, warum alle so besorgt reagieren.
Vermeiden Sie beunruhigende Berichterstattung.
Die aktuelle Berichterstattung über das Coronavirus kann Heranwachsende beunruhigen. Auch weil Kinder und Jugendliche selbst etwa durch Schulschließungen, Quarantäne-maßnahmen oder Krankheitsfälle im Bekanntenkreis direkt betroffen sind, ist eine sachliche Aufklärung wichtig.
Eltern sollten altersgerechte Informationsquellen im Internet oder im Fernsehen nutzen und vermeiden, eigene Ängste unmittelbar auf die Kinder zu übertragen. Für Jüngere ist es empfehlenswert, gemeinsam mit den Eltern kindgerechte Formate zu nutzen, die die aktuelle Situation altersgerecht erklären.
Doch wie geht man mit den vielen Fragen der Kinder um?
Klein- und Vorschulkinder brauchen Unterstützung, den sich verändernden Alltag zu verstehen. Wichtig ist es deshalb zu erklären, warum die Kita geschlossen hat, Hände waschen derzeit noch wichtiger als sonst ist und Oma und Opa oder Freunde erstmal nicht besucht werden können. Kinder in diesem Alter können Ängste entwickeln, dass etwa sie oder ihre Eltern schwer erkranken. Sie fürchten sich vor allem davor, ihre Eltern zu verlieren oder von ihnen getrennt zu werden. Sie wollen wissen, dass die Eltern alles tun, um sie und sich selbst zu schützen.
Schulkinder verstehen bereits, dass große Anstrengungen unternommen werden, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen und Ärzte an einem Impfstoff arbeiten. Auch die Ausmaße der aktuellen Pandemie sind ihnen eher bewusst. Das kann Ängste um das Wohl der eigenen Familie wecken. Die Kindern sollten erfahren, dass die gegenwärtige Situation nichts mit Schuld und Strafe zu tun hat. Sie haben nichts falsch gemacht. Kinder fragen nach, warum ihre eigene Schule geschlossen wurde oder was passiert, wenn eine bekannte Person an dem Virus erkrankt und wollen Verantwortlichkeiten geklärt wissen. Eltern können hier vor allem auf kindgerechte Informationsquellen zurückgreifen, z. B. die Sendung mit der Maus oder logo-Kindernachrichten.
Bei Teenagern bedeuten Auflagen wie Quarantäne oder die Absage von Veranstaltungen besondere Einschränkungen. Diese können in ihnen ein Gefühl der Ungerechtigkeit wecken. In diesem Zusammenhang sollten Eltern versuchen, Verständnis für die Situation zu wecken und darauf hinweisen, dass die Einschränkungen alle Menschen betreffen, unabhängig von deren Alter.