Berufsmesse an der Regionalen Schule

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“ Diese Meldung veröffentlichte eine Kölner Schülerin vor circa vier Wochen im Internet und löste damit ungewollt eine bundesweite Bildungsdebatte aus. Viele Politiker, Journalisten und Bürger zeigten schnell Verständnis für die smarte 18-jährige: Tatsächlich wären die Inhalte, die an vielen Schulen gelehrt werden, für den späteren Alltag vollkommen unwichtig, wenn der Abschluss erst einmal in der Tasche sei.

Dieser Vorwurf trifft auf die Regionale Schule Dargun mit Sicherheit, wenn überhaupt, nur zu einem kleinen Teil zu. Schließlich bemühen sich die Lehrer seit jeher um eine möglichst praxisnahe Ausbildung ihrer Schüler. So trainieren beispielsweise die Jugendlichen in den Fächern Deutsch und Arbeit-Wirtschaft-Technik die Anfertigung von Bewerbungsunterlagen, um bei dem Eintritt in das spätere Berufsleben bessere Chancen zu haben. Außerdem findet alljährlich eine Jobmesse auf dem Schulgelände statt.

Zu einer solchen Veranstaltung präsentierten sich auch Anfang dieses Jahres, am 29.01.2015, knapp zwanzig Ausbildungsbetriebe den 8. und 9. Klassen in Dargun, um mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen. An den Ständen der Aussteller konnten sich die Schüler umfangreiche Informationen zu Anforderungen und Einstiegsmöglichkeiten in verschiedene Berufszweige holen. So lernten die Interessierten beispielsweise einiges über die vielfältigen Tätigkeiten eines Forstwirtes, der sich neben der Erhaltung von natürlichen Lebensräumen auch mit der Handhabung, Wartung und Instandsetzung von Maschinen beschäftigen muss. Vertreten waren in diesem Jahr u.a. die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, die Peene-Bau-GmbH aus Neukalen, die Wehrdienstberatung der Bundeswehr aus Neubrandenburg, das Restaurant „Nudeloper“ aus Gnoien, der Netto-Supermarkt aus Stavenhagen, die Bundespolizeiakademie Rostock sowie natürlich die Käserei und Brauerei aus Dargun.

Die Schüler bewerteten die Berufsmesse durchweg positiv. Ausschlaggebend hierfür seien aber nicht nur die kostenlosen Süßigkeiten an einigen Ständen gewesen, wie zwei Schüler der Klasse 9a rückblickend meinten, sondern vor allem die interessanten Einsichten in die verschiedenen Berufsbilder. „Wir finden die Jobmesse wirklich gut, vor allem weil es sowas an anderen Schulen im Umkreis nicht gibt“, so das abschließende Fazit.

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